Die Varroamilbe und die Bienen

Die Varroamilbe (lat. Varroa destructor) ist -zumindest von Namen her- den meisten Leuten ein Begriff. Sie ist eine Milbenart, die ursprünglich aus den tropischen Teilen Ostasiens stammt und dort als Parasit die östliche Honigbiene (lat. Apis cerana) befällt. Im Unterschied zu unserer heimischen Bienenart wird bei der östlichen Honigbiene allerdings nur die Drohnenbrut, also die männliche Brut im Stock, befallen.

Aussehen der Varroamilbe

Die Männchen sind sehr klein und für den Imker nur schwer aufzufinden, da sie für gewöhnlich in den Zellen verbleiben und dort auch sterben sobald sie sich mit den Weibchen gepaart haben.
Die Weibchen sind etwa einen Millimeter lang und eineinhalb Millimeter breite Spinnentiere mit rotbrauner Färbung. Mit ihren sägeartigen Mandibeln kann die Milbe ihre Wirtstiere quasi bei lebendigem Leib aufschneiden um ihre Körpersäfte zu trinken.

Arbeiterin mit aufsitzender Varroamilbe
Bild eine Biene mit aufsitzender Varroamilbe von David Mark auf Pixabay, (glücklicherweise habe ich keine aufsitzenden Milben auf meinen Bienen gefunden, so musste ich auf dieses Bild zurückgreifen 😉 )

Wie vermehrt sich die Varroamilbe und warum schädigt das die Bienen?

Der Parasit kommt niemals frei lebend, sondern immer nur im Inneren von Bienenstöcken, genauer in den Zellen mit Larven, vor. Nur die Weibchenkann man auch auf den Bienen sitzend oder im Stock herumlaufend vorfinden. Ihr flacher, runder Panzer schützt sie leider ausgezeichnet vor dem Putztrieb der Bienen. Die Infektion anderer Bienenvölker ist nur durch direkten Kontakt möglich. Dies geschieht häufig in Zeiten von Futterknappheit, wenn die Bienen versuchen andere Völker auszurauben.

Die auf dem Wirtstier sitzende Milbe verlässt die Biene, während diese eine Brutzelle mit einer verpuppungsbereiten Larve verdeckelt und schlüpft in ebendiese Zelle. Drohnenbrut wird um ein vielfaches stärker befallen als die von Arbeiterinnen. Königinnenbrut so gut wie nie. Die Milbe krabbelt zum Zellenboden und beginnt an der Bienenlarve zu saugen. Sie legt etwa zwei Tage nach der Verdeckelung ihr erstes Ei ab. Dieses bleibt unbefruchtet und entwickelt sich  zu einem Männchen. Die folgenden, diesmal befruchteten Eier, die mit etwa einem Tag Abstand gelegt werden entwickeln sich zu Weibchen.

Die Männchen und die sich entwickelnden Nymphen sind davon abhängig, dass das Weibchen die Bienenlarve oder Puppe verletzt, denn sie sind selbst nicht im Stande die Außenhaut der zukünftigen Biene zu durchdringen.

Die Varroa-Weibchen werden unmittelbar nach erreichen des Erwachsenenstadiums geschlechtsreif und werden noch in der Zelle, bevor die Biene schlüpft, vom Männchen begattet, das sich bereits in der Zelle befindet. Das Männchen stirbt anschließend, ohne die Zelle je verlassen zu haben. Die Weibchen verlassen dann die Zelle mit der Biene. Das Männchen bleibt zurück.

Eben durch dieses Verletzen der Larven durch das Muttertier kommt es zu einer Schädigung der Biene und macht sie auch anfälliger für andere Krankheiten. Wenn man sich nun vorstellt wozu es führt wenn nicht nur eine Biene, sondern hunderte betroffen sind, wird klar, warum die Varroamilbe für das Bienenvolk so gefährlich ist.