Was für ein Bienenschwarm

Am Wochenende hat mich ein Freund angerufen. Im Garten seiner Schwiegereltern hing ein Bienenschwarm. Da es schon ein schönes Stück zu fahren war hatte ich ihn um ein Foto des Schwarms gebeten, denn manchmal kommt es vor, dass man in voller Kampfmontur ausrückt und dann nur eine handvoll Bienen von einem Ast pflückt. Das Bild hat selbst mich ein bisschen überrascht. Wenn ich ehrlich bin habe ich schon einige Jahre lang keinen so großen Schwarm mehr gesehen.

Der Bienenschwarm hing in einer Höhe von etwa drei Metern, auf einer Länge von über einem Meter
Der Bienenschwarm hing in einer Höhe von etwa zweieinhalb Metern, auf einer Länge von über einem Meter

Wir hatten gerade Freunde zu Besuch und diese wollten natürlich zusehen. Also nix mit einem gemütlichen Samstag bei Kaffee und Kuchen. Bienenfangen war angesagt.

Wie kommt es zu einem Bienenschwarm?

Der Bienenschwarm ist quasi die natürliche Vermehrung eines Bienenvolkes. Aus verschiedenen Gründen kann das Bienenvolk in Schwarmstimmung geraten und Arbeiterinnen beginnen neue Königinnen heranzuziehen. Oftmals entscheiden die Arbeiterinnen die Königin abzusetzen wenn ihre Legeleistung aufgrund ihres Alters nachlässt oder eine plötzlich eintretende Massentracht ihnen keinen Platz mehr lässt um weiter Arbeiterinnen heranzuziehen. In einem gesonderten Blogeintrag werde ich auf das Thema noch näher eingehen.

Wie man einen Bienenschwarm einfängt

Erst sollte man sich gründlich überlegen ob man den Bienenschwarm überhaupt gefahrlos einfangen kann. Man muss nämlich auch wissen, dass die Bienen nur einen Zwischenstopp einlegen während Kundschafter sich nach einer geeigneten Behausung umsehen.

kurzes Überlegen wie man dieses Riesen Ding nun in die kleine Schwarmkiste befördert...
ein großer Bienenschwarm
Kurzes Überlegen wie man dieses Riesen Ding nun in die kleine Schwarmkiste befördert…

In diesem Fall war es bis auf die Größe des Schwarmes nicht sehr schwierig ihn in die Schwarmkiste zu bugsieren. Stück für Stück wird er vorsichtig in die Kiste gekehrt, in der Hoffnung, dass die Königin auch in die Kiste plumpst.

Abkehren des Bienenschwarmes in eine Transportkiste
Abkehren des Schwarmes in eine Transportkiste.

Ist die Königin im Kasten, folgen ihr die restlichen Bienen dann gehorsam in die Kiste und man kann sie gemütlich einpacken und mitnehmen.

Bienenschwarm in der Schwarmkiste
Die Bienen sammeln sich in der Schwarmkiste.

Am Bienenstand sollte man die Bienen nicht unmittelbar in eine eigene Beute einschlagen, sondern ihn -um der amerikanischen Faulbrut vorzubeugen- vorerst ohne Waben oder Futter in einen dunklen, kühlen Raum stellen, damit die Bienen ihre mitgebrachten Honigreserven aufbrauchen und so keine Faulbrutsporen verbreiten können. Auch sollte der Schwarm, da er nun ja keine Brut enthält mit Oxalsäure oder besser 15 prozentiger Milchsäure behandelt werden um sich gleich aller Varroamilben zu entledigen.
Ist das erledigt, wird der Bienenschwarm in die vorbereitete Beute ‚umgefüllt‘. Aufgrund der Größe des Schwarmes bekam er gleich eine ganze Zarge, ausgestattet mit 8 Mittelwänden und zwei Futterwaben.

Der Bienenschwarm wird in die vorbereitete Kiste umgesiedelt.
Die Bienen bekommen ihre neue Behausung

Beim Nachschauen wie sich das Volk verhält war ich ehrlich überrascht, dass die Bienen schon nach zwei Tagen ALLE MIttelwände ausgebaut hatten und die Königin bereits begonnen hatte Eier zu legen.

Der Bienenschwarm hat gleich mit dem Ausbauen der Waben behonnen
Unglaublich wie fleißig sie in so kurzer Zeit schon waren.
Der eingefangene Bienenschwarm hat sich am Deckel der Beute versammelt
Die Menge an Bienen ist erstaunlich

Halten Bienen Winterschlaf?

Die kurze Antwort lautet nein. Bienen halten keinen Winterschlaf. Das gesamte Verhalten das man über das Jahr erkennen kann, dient im Prinzip nur dazu, dass sie genug Vorräte für diese Phase zur Verfügung haben. Wenn es nun so kalt wird, dass die Bienen nicht mehr ausfliegen können, schalten sie komplett in den Wintermodus um. Sie stellen die Flugaktivität ein und sammeln sich in einer sogenannten Wintertraube. Das ist einfach ein Klumpen Bienen in der Bienenkiste.

Sie kuscheln sich alle möglichst eng aneinander und erzeugen mit ihren Flugmuskeln Wärme. Je kälter es wird, umso enger zieht sich diese Traube zusammen. In der Mitte der Traube sitzt die Königen und lässt sich von ihren Arbeiterinnen wärmen. Jetzt ist es natürlich so, dass Bienen im Zentrum der Traube mehr Wärme abbekommen als jene, die außen auf der Traube sitzen.

Damit diese nicht abfrieren tauschen die Arbeiterinnen regelmäßig ihren Platz gegen einen Wärmeren, bzw. einen Kälteren ein. Die Königin hört auf Eier zu legen und die Arbeiterinnen versuchen mit so wenig Energieaufwand wie möglich den Stock zu wärmen. Wärme erzeugen sie dabei mit ihren Flugmuskeln.

Über den Winter hinweg wandern die Bienen von einer Wabe zur Nächsten. Das tun sie um immer genug Futter in Reichweite zu haben. Über den Winter wandert Das Bienenvolk so von der untersten Zarge in die Obere, immer dem restlichen Futter hinterher.

Abbildung: Wenn man Bienenstöcke sieht, die derart eingeschneit sind, wäre es wohl besser die Bienen würden den Winter über tatsächlich schlafen.