Wie viele Bienen hat ein Bienenvolk?

Diese Frage bekommt man als Imker oft gestellt. Das interessante daran ist, dass man je nachdem, wann man den Imker fragt, immer eine andere Antwort bekommt. Wieviele Bienen ein Bienenvolk nämlich hat, hängt von der Jahreszeit ab.

Herbst

Beginnen wir im Herbst. Die Bienen haben das ganze Jahr über Honig und Pollen gesammelt und bereiten sich auf den Winter vor. Zu diesem Zeitpunkt pendelt sich die Stärke eines durchschnittlichen Bienenvolkes bei etwa 10.000 bis 15.000 Bienen ein. Das gesamte Volk besteht aus weiblichen Bienen. Die Bienen sammeln sich in der Wintertraube und warten das Kommen des Frühlings ab.

Winter und Frühjahr

Im zeitigen Frühjahr besteht das Volk dann nur noch aus etwa 4.000-6.000 Abreiterinnen und der Königin. Diese beginnt sobald es wärmer wird mit der Eiablage. etwa zwei Wochen danach schlüpft die erste Generation von Arbeiterinnen und das Volk beginnt zu wachsen. Stellt sich nun mit voranschreiten des Frühjahres ein konstanter Futterstrom ein und die Tage werden Wärmer bringen die Arbeiterinnen die Königin auch dazu Drohnenzellen zu bestiften und das Volk wächst weiter bis in den Sommer.

Sommer

Zur besten Zeit kann das Bienenvolk eine Stärke von 50.000-80.000 Bienen erreichen. In manchen Fällen auch noch weit mehr. Neben der Königin und den Arbeiterinnen befinden sich weiters noch bis zu 2000 Drohnen im Volk. Man sieht, die Mehrheit wird von den Arbeiterinnen gestellt. Zur Sommersonnenwende, ende Juni, beginne die Arbeiterinnen die Drohen aus dem Volk zu vertreiben und sich auf den Winter vorzubereiten. Die Population geht bis zum Herbst wieder zurück auf die anfangs erwähnten 10.000 bis 15.000 Individuen. Auch interessant zu wissen ist, dass die Lebenserwartung der Winterbienen, also jener, die im Herbst schlüpfen weit höher ist als jene der Sommerbienen. Der Grund dafür ist recht einfach: Durch das hohe Futterangebot im Sommer müssen die Bienen mehr leisten als im Winter, daher die kürzere Lebenserwartung.

Eine typische Brutwabe in einem gesunden Bienenvolk, Ammenbienen kümmern sich un den Nachwuchs
Eine typische Brutwabe in einem gesunden Bienenvolk,

Können Bienen tanzen? – Bienentanzkurs

Auch wenn es für manche albern klingen sollte, Bienen können tatsächlich tanzen. Noch dazu beherrschen sie mehrere Tanzstile und sie nutzen sie zur Kommunikation. Je nachdem was sie mitzuteilen haben nutzen sie einen anderen Tanz.

Der Schwänzeltanz ist der bekannteste Bienentanz. Mit ihm weisen die Bienen auf Nahrungsquellen hin, die sich weiter vom Stock weg befinden. Die Biene, die etwas mitzuteilen hat, läuft dabei auf der Wage eine Schleife in Form einer Acht. In der Mitte der Achterform zittert die Biene mit ihrem Hinterleib. Dabei gilt das Motto, je stärker sie mit ihrem Hintern wackelt (schwänzelt), je ergiebiger ist das Nahrungsangebot an dem Ort den sie den anderen Arbeiterinnen schmackhaft machen möchte. die Richtung in der sie den Tanz vollführt hängt mit der Richtung des Futterplatzes bezogen auf die Sonne zusammen. Die anzahl der Achten, die sie tanzt, gibt die Entfernung an.

Der Rundtanz ist die Miniversion des Schwänzeltanzes. Er Vermittelt den anderen Bienen lediglich, dass sich eine Nahrungsquelle in der Nähe des Bienenstocks befindet. Dabei läuft die Biene im Prinzip nur abwechselnd links und rechtsherum im Kreis. Je näher sich die Futterquelle befindet, umso kleiner ist der Kreis, den die Biene mit ihrem Tanz beschreibt. Ab einer Entfernung von 20 bis 30 Metern vom Volk öffnet sich der Kreis zu einer etwas verbogenen und verdrehten Achterform. Je mehr Futter dort vorzufinden ist umso energischer tanzt die Biene.

Der Schütteltanz ist ein weiterer Tanzstil, den die Bienen beherrschen. er dient zum verteilen von Aufgaben im Stock, oder besser um andere Bienen dazu anzuhalten Tätigkeiten aufzunehmen, die momentan wichtiger sind als was sie bisher getan haben. Die Biene, der ein Misstand im Stock aufgefallen ist fängt an zu vibrieren und sucht Körperkontakt zu einer Nachbarin. Diese vibriert zwangsläufig mit und wird dadurch zur einer bestimmten Tätigkeit, wie etwa Putzen oder dem füttern von Brut angeregt.

Bild einer Brutwabe mit Arbeiterinnen darauf. Einige tanzen vermutlich;)
Bild einer Brutwabe mit Arbeiterinnen darauf. Einige tanzen vermutlich;)
Bild von David Hablützel, Pixabay

Was noch gesagt werden sollte ist, dass die Bienen, wie wir wissen, ihre Tänze im Bienenstock aufführen. Das bedeutet, dass es da drinnen wenig bis gar kein Licht gibt. Es geht vielmehr um die Geräusche und Vibrationen, die die Biene von sich gibt. Genau so wie der Körperkontakt zu den anderen Bienen. Man könnte also behaupten, dass Bienen sehr gut tanzen können und den Ausdruckstanz echt beherrschen.

Halten Bienen Winterschlaf?

Die kurze Antwort lautet nein. Bienen halten keinen Winterschlaf. Das gesamte Verhalten das man über das Jahr erkennen kann, dient im Prinzip nur dazu, dass sie genug Vorräte für diese Phase zur Verfügung haben. Wenn es nun so kalt wird, dass die Bienen nicht mehr ausfliegen können, schalten sie komplett in den Wintermodus um. Sie stellen die Flugaktivität ein und sammeln sich in einer sogenannten Wintertraube. Das ist einfach ein Klumpen Bienen in der Bienenkiste.

Sie kuscheln sich alle möglichst eng aneinander und erzeugen mit ihren Flugmuskeln Wärme. Je kälter es wird, umso enger zieht sich diese Traube zusammen. In der Mitte der Traube sitzt die Königen und lässt sich von ihren Arbeiterinnen wärmen. Jetzt ist es natürlich so, dass Bienen im Zentrum der Traube mehr Wärme abbekommen als jene, die außen auf der Traube sitzen.

Damit diese nicht abfrieren tauschen die Arbeiterinnen regelmäßig ihren Platz gegen einen Wärmeren, bzw. einen Kälteren ein. Die Königin hört auf Eier zu legen und die Arbeiterinnen versuchen mit so wenig Energieaufwand wie möglich den Stock zu wärmen. Wärme erzeugen sie dabei mit ihren Flugmuskeln.

Über den Winter hinweg wandern die Bienen von einer Wabe zur Nächsten. Das tun sie um immer genug Futter in Reichweite zu haben. Über den Winter wandert Das Bienenvolk so von der untersten Zarge in die Obere, immer dem restlichen Futter hinterher.

Abbildung: Wenn man Bienenstöcke sieht, die derart eingeschneit sind, wäre es wohl besser die Bienen würden den Winter über tatsächlich schlafen.