Luzernehonig- ein Versuch

Heuer haben wir in Zusammenarbeit mit einem Landwirt aus Spannberg etwas neues ausprobiert. Er hat mich gefragt ob wir nicht Lust hätten einige Völker in ein Luzerne-Feld zu stellen. Ich muss gestehen ich kannte die Pflanze zwar von Namen, hatte aber keine Ahnung ob Bienen sie auch bestäuben würden oder sie gar Luzernehonig bringen könnte.

Luzerne ist ein Fremdbefruchter und deshalb auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Besonders für die Saatguterzeugung ist die Blütenbiologie von besonderer Bedeutung, denn zu einer Bestäubung kommt es erst, wenn die Blüte von den Insekten „ausgelöst“ wird. Das bedeutet folgendes: sobald das Insekt in die Blüte eindringt, löst es einen Mechanismus aus, der ein Pollenpaket gegen das Insekt schlägt. Dieser Schlag, den die Insekten beim Blütenbesuch bekommen, ist ungefährlich, stört aber viele Bienenarten. Wer möchte sich schon freiwillig schlagen lassen? Aber Honigbienen lernen aus der Unangenehmen Erfahrung und vermeiden nach einiger Zeit den unangenehmen Schlag, indem sie den Nektar mit ihrem Rüssel von der Seite her erreichen. Dadurch bleibt allerdings die Bestäubung aus.

Es gibt viele Bemühungen, Luzerne zu züchten, der die Bienen nicht so stark bei der Bestäubung mit Pollen bepudert und dadurch von der Bestäubung abschreckt. Ich möchte jetzt nicht zuviel auf die Biologie der Luzerne eingehen, deshalb einfach ein Bild dazu.

Luzerne. Für Luzernehonig muss ein Bienenvolk schon einige Schläge einstecken...
Luzerneblüte

Allem Anschein nach erfolgen die meisten Bestäubungen in einem Abstand von bis zu 100m vom Bienenvolk. Das haben wir bei der Platzierung der Völker auch beachtet und sie einfach mitten ins Feld gestellt und geschaut was geschieht.

zwei Völker sollten versuchen Luzernehonig zu produzieren...
Der Erfolg war aber eher überschaubar.
Die Völker im Luzernefeld.

Wie sollte Luzernehonig schmecken?

Luzernehonig ist ein kräftiger, aromatischer Honig, der nach Heu und Gräsern duftet. Seine Farbe ist ein sehr helles Gelb und seine Konsistenz ist sehr cremig. Diese Cremigkeit kommt unter anderem vom hohen Traubenzuckergehalt. Sein Geschmack hat wenig mit dem typischen Honiggeschmack zu tun was man als durchaus interessant finden kann.

Hat es funktioniert?

Die Antwort darauf ist ein klares Jein. eine Durchsicht der Völker hat zwar gezeigt, dass durchaus Honig eingetragen worden ist, allerdings war es zu wenig um tatsächlich geerntet zu werden. Wir haben uns daher entschlossen auch die Sonnenblumenblüte in diesem Feld abzuwarten. Der Aufwand hat sich also trotzdem gelohnt.

Abschließend noch ein idyllisches Foto der beiden Völker im Sonnenuntergang:

Bienenvölker im Sonnenuntergang
Die Versuchskaninchen im Sonnenuntergang

Varroabehandlung

Was tun gegen die Varroamilbe?

Es gibt zig verschiedene Lösungsansätze für das Varroa-Problem und jeder mag seine Berechtigung haben. Ich möchte mich hier aber auf jene Behandlungsmethoden beschränken mit denen ich die besten Erfahrungen gemacht habe. Ich selbst finde, dass die Behandlung gegen diesen Parasit einer der zentralen Punkte der Imkerei darstellt.

Drohnenbrut ausschneiden

Sobald die Bienen beginnen auch Männchen heranzuziehen hänge ich Drohnenrähmchen ins Bienenvolk. Das sind gewöhnliche Holzrähmchen ohne Draht oder Mittelwand, in denen die Bienen ‚wild‘ bauen können. Oft ist es nun so, dass die Bienen genau diese Rähmchen nutzen um ihre Drohnenzellen darin anzulegen. Die Varroamilbe legt ihre Eier mit Vorliebe in Drohnenzellen ab. Ist diese Brut verdeckelt, wird sie dem Volk entnommen und aus dem Rähmchen herausgeschnitten. Das leere Rähmchen kommt zurück ins Volk und das Spiel beginnt von vorne. In einem Bienenjahr ist es, je nach Betriebsweise und Rähmchengröße, möglich bis zu viermal die Drohnenbrut auszuschneiden. Allein diese Tätigkeit nimmt schon eine große Menge von Varroen (ist das die Mehrzahl? )aus dem Bienenvolk.

Ameisensäurebehandlung im Spätsommer

Ein bisschen Bienenmathematik

Nach einer Gemülldiagnose kann man abschätzen wie stark der Varroabefall in einem Volk ist. Gemülldiagnose ist nur ein anderes Wort für: Ich schau mal nach wie viel Dreck die Bienen in der Zwischenzeit gemacht haben. Dazu legt man eine so genannte Stockwindel für zwei oder drei Tage in den Boden der Beute und zählt nach wie viele Milben abgefallen sind. Diese Anzahl teilt man dann durch die Anzahl an Tagen, die die Windel sich im Volk befunden hat. Also hat man beispielsweise die Windel für drei Tage im Stock belassen und danach zählt man dreißig Milben bedeutet das, dass täglich zehn Milben abgefallen sind.

Bei unter einer Milbe pro Tag muss man sich keine Sorgen machen, darüber allerdings ist eine Behandlung unbedingt erforderlich. Was bedeuten diese gezählten Milben nun? Naja, Leute, die sich mehr mit dem Thema beschäftigt haben als ich, haben herausgefunden, dass das Verhältnis von abgefallenen Milben zu lebendigen Milben, die sich noch im Stock tummeln, etwa 1:200 beträgt. Hä? Schon wieder rechnen? Ja, ein bisschen Rechnen muss sein ;). Es ist ganz einfach: zehn abgefallene Milben mal 200 bedeutet 2000 Milben im Volk. Das ist eine ganze Menge! Noch ein paar Zahlen: Wenn man nun mit 80 prozentiger Ameisensäure behandelt, verdampft man etwa 80ml davon im Volk und wartet für drei Tage. Danach müssen etwa 20% der errechneten Milben abgefallen sein. Dann kann man von einem Behandlungserfolg sprechen. ‚Und warum nur 20%?‘ hör ich euch schon fast denken. Die Antwort ist einfach. Im Schnitt sitzen nur 20% der Milben tatsächlich AUF den Bienen. Der Rest befindet sich IN den Zellen. wenn man also lange genug wartet -etwa zwei Wochen- fallen die Restlichen auch ab. Erledigt -milbenfreies Volk.

Die Varroamilbe und die Bienen

Die Varroamilbe (lat. Varroa destructor) ist -zumindest von Namen her- den meisten Leuten ein Begriff. Sie ist eine Milbenart, die ursprünglich aus den tropischen Teilen Ostasiens stammt und dort als Parasit die östliche Honigbiene (lat. Apis cerana) befällt. Im Unterschied zu unserer heimischen Bienenart wird bei der östlichen Honigbiene allerdings nur die Drohnenbrut, also die männliche Brut im Stock, befallen.

Aussehen der Varroamilbe

Die Männchen sind sehr klein und für den Imker nur schwer aufzufinden, da sie für gewöhnlich in den Zellen verbleiben und dort auch sterben sobald sie sich mit den Weibchen gepaart haben.
Die Weibchen sind etwa einen Millimeter lang und eineinhalb Millimeter breite Spinnentiere mit rotbrauner Färbung. Mit ihren sägeartigen Mandibeln kann die Milbe ihre Wirtstiere quasi bei lebendigem Leib aufschneiden um ihre Körpersäfte zu trinken.

Arbeiterin mit aufsitzender Varroamilbe
Bild eine Biene mit aufsitzender Varroamilbe von David Mark auf Pixabay, (glücklicherweise habe ich keine aufsitzenden Milben auf meinen Bienen gefunden, so musste ich auf dieses Bild zurückgreifen 😉 )

Wie vermehrt sich die Varroamilbe und warum schädigt das die Bienen?

Der Parasit kommt niemals frei lebend, sondern immer nur im Inneren von Bienenstöcken, genauer in den Zellen mit Larven, vor. Nur die Weibchenkann man auch auf den Bienen sitzend oder im Stock herumlaufend vorfinden. Ihr flacher, runder Panzer schützt sie leider ausgezeichnet vor dem Putztrieb der Bienen. Die Infektion anderer Bienenvölker ist nur durch direkten Kontakt möglich. Dies geschieht häufig in Zeiten von Futterknappheit, wenn die Bienen versuchen andere Völker auszurauben.

Die auf dem Wirtstier sitzende Milbe verlässt die Biene, während diese eine Brutzelle mit einer verpuppungsbereiten Larve verdeckelt und schlüpft in ebendiese Zelle. Drohnenbrut wird um ein vielfaches stärker befallen als die von Arbeiterinnen. Königinnenbrut so gut wie nie. Die Milbe krabbelt zum Zellenboden und beginnt an der Bienenlarve zu saugen. Sie legt etwa zwei Tage nach der Verdeckelung ihr erstes Ei ab. Dieses bleibt unbefruchtet und entwickelt sich  zu einem Männchen. Die folgenden, diesmal befruchteten Eier, die mit etwa einem Tag Abstand gelegt werden entwickeln sich zu Weibchen.

Die Männchen und die sich entwickelnden Nymphen sind davon abhängig, dass das Weibchen die Bienenlarve oder Puppe verletzt, denn sie sind selbst nicht im Stande die Außenhaut der zukünftigen Biene zu durchdringen.

Die Varroa-Weibchen werden unmittelbar nach erreichen des Erwachsenenstadiums geschlechtsreif und werden noch in der Zelle, bevor die Biene schlüpft, vom Männchen begattet, das sich bereits in der Zelle befindet. Das Männchen stirbt anschließend, ohne die Zelle je verlassen zu haben. Die Weibchen verlassen dann die Zelle mit der Biene. Das Männchen bleibt zurück.

Eben durch dieses Verletzen der Larven durch das Muttertier kommt es zu einer Schädigung der Biene und macht sie auch anfälliger für andere Krankheiten. Wenn man sich nun vorstellt wozu es führt wenn nicht nur eine Biene, sondern hunderte betroffen sind, wird klar, warum die Varroamilbe für das Bienenvolk so gefährlich ist.

Die Berufe einer Arbeiterin

Ist die Arbeiterin aus ihrer Zelle geschlüpft, beginnt auch schon ihr Arbeitsleben.

Tage 1 bis 3:

Zu dieser Zeit ist die Aufgabe der Arbeiterin das Reinigen und Desinfizieren der Brutzellen. Sie überzieht die Waben und das Innenleben der Beute mit einem dünnen Film aus Propolis. Man nennt Bienen in diesem Stadium auch liebevoll ‚Putzbienen‘. In dieser Zeit beginnen sich die Futtersaftdrüsen in ihrem Kiefer zu entwickeln.

Tage 4 bis 5:

Ab dem vierten Tag bereitet die Arbeiterin den Pollen und den Honig vor, den die älteren Larven als Futter bekommen.

Tage 6 bis 13:

Sind die Futtersaftdrüsen vollständig entwickelt, übernimmt die Biene die Aufgabe der Fütterung der allerjüngsten Brut und versorgt auch die Königin mit Futtersaft. In diesem Stadium nennt man sie auch treffend ‚Ammenbiene‘.

Tage 14 bis 16:

Nach etwa zwei Wochen sind die Wachsdrüsen der Biene so weit entwickelt, dass sie sich dem Bautrupp des Volkes anschließen kann. Als ‚Baubiene‘ errichtet sie mit ihren Kolleginnen die Wabenstrukturen, verdeckelt Brut- und Honigwaben.

Tage 17 bis 19:

Zu dieser Zeit bilden sich die Wachs- und Futtersaftdrüsen der Biene wieder zurück und die Arbeiterin wandert zum Eingang des Bienenstockes. Dort bewacht sie das Flugloch und verteidigt es vor Angreifern und überprüft die ankommenden Bienen. Wir haben nun eine ‚Wächterbiene‘ vor uns. Es ist die Letzte Tätigkeit die die Biene im Stock verrichtet, denn wenn ihre Tätigkeit hier erledigt ist, verlässt sie das erste Mal den Bienenstock.

ab dann:

Von nun an sammelt unsere Arbeiterin Nektar und Pollen, Wasser und Baumharz für das Volk.

Aufgrund äußerer Umstände kann es dazu kommen, dass die Arbeiterin noch andere Tätigkeiten übernehmen muss. Kommt es beispielsweise zu einem Kälteeinbruch, entwickeln sich einige Arbeiterinnen zu ‚Heizerbienen‘ um die Temperatur im Volk zu erhöhen. Andere verdunsten Wasser um den Stock bei zu großer Hitze zu kühlen. Erschöpft sich eine Nahrungsquelle ist das Volk dazu gezwungen neue Gebiete aufzusuchen. dafür entwickeln sich Arbeiterinnen zu sogenannten ‚Spurbienen‘, die nichts anderes tun als neue Futtergründe zu suchen. Der Bien ist auf diese Art sehr flexibel, denn er kann so relativ zügig auf äußere Einflüsse reagieren.

Was für ein Bienenschwarm

Am Wochenende hat mich ein Freund angerufen. Im Garten seiner Schwiegereltern hing ein Bienenschwarm. Da es schon ein schönes Stück zu fahren war hatte ich ihn um ein Foto des Schwarms gebeten, denn manchmal kommt es vor, dass man in voller Kampfmontur ausrückt und dann nur eine handvoll Bienen von einem Ast pflückt. Das Bild hat selbst mich ein bisschen überrascht. Wenn ich ehrlich bin habe ich schon einige Jahre lang keinen so großen Schwarm mehr gesehen.

Der Bienenschwarm hing in einer Höhe von etwa drei Metern, auf einer Länge von über einem Meter
Der Bienenschwarm hing in einer Höhe von etwa zweieinhalb Metern, auf einer Länge von über einem Meter

Wir hatten gerade Freunde zu Besuch und diese wollten natürlich zusehen. Also nix mit einem gemütlichen Samstag bei Kaffee und Kuchen. Bienenfangen war angesagt.

Wie kommt es zu einem Bienenschwarm?

Der Bienenschwarm ist quasi die natürliche Vermehrung eines Bienenvolkes. Aus verschiedenen Gründen kann das Bienenvolk in Schwarmstimmung geraten und Arbeiterinnen beginnen neue Königinnen heranzuziehen. Oftmals entscheiden die Arbeiterinnen die Königin abzusetzen wenn ihre Legeleistung aufgrund ihres Alters nachlässt oder eine plötzlich eintretende Massentracht ihnen keinen Platz mehr lässt um weiter Arbeiterinnen heranzuziehen. In einem gesonderten Blogeintrag werde ich auf das Thema noch näher eingehen.

Wie man einen Bienenschwarm einfängt

Erst sollte man sich gründlich überlegen ob man den Bienenschwarm überhaupt gefahrlos einfangen kann. Man muss nämlich auch wissen, dass die Bienen nur einen Zwischenstopp einlegen während Kundschafter sich nach einer geeigneten Behausung umsehen.

kurzes Überlegen wie man dieses Riesen Ding nun in die kleine Schwarmkiste befördert...
ein großer Bienenschwarm
Kurzes Überlegen wie man dieses Riesen Ding nun in die kleine Schwarmkiste befördert…

In diesem Fall war es bis auf die Größe des Schwarmes nicht sehr schwierig ihn in die Schwarmkiste zu bugsieren. Stück für Stück wird er vorsichtig in die Kiste gekehrt, in der Hoffnung, dass die Königin auch in die Kiste plumpst.

Abkehren des Bienenschwarmes in eine Transportkiste
Abkehren des Schwarmes in eine Transportkiste.

Ist die Königin im Kasten, folgen ihr die restlichen Bienen dann gehorsam in die Kiste und man kann sie gemütlich einpacken und mitnehmen.

Bienenschwarm in der Schwarmkiste
Die Bienen sammeln sich in der Schwarmkiste.

Am Bienenstand sollte man die Bienen nicht unmittelbar in eine eigene Beute einschlagen, sondern ihn -um der amerikanischen Faulbrut vorzubeugen- vorerst ohne Waben oder Futter in einen dunklen, kühlen Raum stellen, damit die Bienen ihre mitgebrachten Honigreserven aufbrauchen und so keine Faulbrutsporen verbreiten können. Auch sollte der Schwarm, da er nun ja keine Brut enthält mit Oxalsäure oder besser 15 prozentiger Milchsäure behandelt werden um sich gleich aller Varroamilben zu entledigen.
Ist das erledigt, wird der Bienenschwarm in die vorbereitete Beute ‚umgefüllt‘. Aufgrund der Größe des Schwarmes bekam er gleich eine ganze Zarge, ausgestattet mit 8 Mittelwänden und zwei Futterwaben.

Der Bienenschwarm wird in die vorbereitete Kiste umgesiedelt.
Die Bienen bekommen ihre neue Behausung

Beim Nachschauen wie sich das Volk verhält war ich ehrlich überrascht, dass die Bienen schon nach zwei Tagen ALLE MIttelwände ausgebaut hatten und die Königin bereits begonnen hatte Eier zu legen.

Der Bienenschwarm hat gleich mit dem Ausbauen der Waben behonnen
Unglaublich wie fleißig sie in so kurzer Zeit schon waren.
Der eingefangene Bienenschwarm hat sich am Deckel der Beute versammelt
Die Menge an Bienen ist erstaunlich

Die drei Bienenwesen

Die drei Bienenwesen, Königin, Arbeiterin und Drohne bilden zusammen den Bien, das Bienenvolk. Die Anzahl von Drohen und Arbeitrinnen schwankt dabei über das Jahr, nur die Königinnenanzahl bleibt hoffentlich konstant. Es gibt im Normalfall nämlich immer nur eine. Alle drei Bienenwesen sind wichtig für den Fortbestand des Volkes, die Arbeiterinnen tragen aber bestimmt die Hauptlast.

Was die Bienenwesen gemeinsam haben? Sie schlüpfen alle aus Eiern

Egal ob Drohne, Arbeiterin oder Königin, alle schlüpfen aus Eiern, diese werden aber unterschiedlich behandelt. Das beginnt schon mit dem Ort an dem die Eier gelegt werden, der Zelle. Arbeiterinnenzellen haben eien Durchmesser von knapp 5,4 mm und sind zwischen 10 und 12 mm tief. Die Zellen von Drohnen sind etwa 7 mm im Durchmesser. Auf der Brutwabe ist ein deutlicher Unterschied zwischen diesen Zelle ersichtlich. Diese Zelllen werden beinahe horizontal in die Brutwabe gebaut, die Zellenöffnung liegt ein bisschen höher, etwa 5°, als der Zellenboden. Königinnenzellen hingegen sind Tropfenförmig und die zukünftige Königin hängt kopfüber in ihrer Zelle. Auch haben die Arbeiterinnen- und die Drohnenzellen die typische hexagonale (sechseckige) Form, die der Königinnenzelle fehlt. Diese ist einfach rund und tropfenförmig.

Aber wie entstehen die unterschiedlichen Bienen nun?

Naja, die Arbeiterinnen bauen Brutzellen und die Königin legt ihre Eier hinen. Grundsätzlich ganz simpel, wenn da nicht noch ein paar Details zu beachten wären. Drohnen sind um einiges größer als Arbeiterinnen, die Königin merkt anhand der Zellengröße ob sie nun ein ‚männliches oder ein weibliches Ei‘ in die Zelle zu legen hat. Das interessante an diesem Vorgang ist, dass sich diese männlichen und weiblichen Eier dadurch unterscheiden ob die Königin das Ei befruchtet hat oder nicht. Arbeiterinnen entstehen aus befruchteten Eizellen, Drohnen aus unbefruchteten. Was bedeutet das jetzt? Genetisch betrachtet sind die Männchen nun exakte Klone der Königin, die allerdings nur einen halben Chromosomensatz besitzen. Sie geben Quasi eins zu eins die Erbinformation der Königin weiter.

Bei den Weibchen spielt noch eine weiter Komponente eine Rolle, die entscheidet ob nun eine Königin entsteht oder nicht. In den ersten Entwicklungsstadien der Bienenweibchen gibt es keinen Unterschied ob nun Königin oder Arbeiterin aus dem Ei schlüpfen soll. Vier Tage nach der Eiablage schlüpft eine winzige Made, die Anfangs mit Futtersaft, den Ammenbienen in Drüsen an ihrem Kiefer produzieren, versorgt wird. Soll nun eine Königin aus dem Ei entstehen, wird von Baubienen die Zelle zu einer sogenannten Weiselzelle, also einer Königinnenzelle, umgebaut. Diese Made wird bis zur Verpuppung weiter mit Königinnenfuttersaft -Gelee royal- gefüttert. Für Arbeiterinnen folgt eine Ernährungsumstellung auf eine Kost bestehend aus Honig, Pollen und Arbeiterinnenfuttersaft. Die Unterschiedliche Ernährung entscheidet also darüber, was für ein Bienenwesen letztendlich aus dem befruchteten Ei entsteht.

Entwicklungsdauer der einzelnen Bienenwesen

Die Königin:
Entwicklungszeit: 16 Tage
Ei: 3 Tage
Larve: 5 Tage
Puppe: 8 Tage
Lebensdauer: etwa 3-5Jahre

Die Arbeiterin:
Entwicklungszeit: 21 Tage
Ei: 3 Tage
Larve: 6 Tage
Puppe: 12 Tage
Lebensdauer: etwa 2-6 Wochen im Sommer, 4-7 Monate im Winter

Der Drohn:
Entwicklungszeit: 24 Tage
Ei: 3 Tage
Larve: 7 Tage
Puppe: 14 Tage
Lebensdauer: etwa 3 Monate

Unser Bienengarten

Ansicht Richtung Süden

Zwischendurch mal etwas über unsere Imkerei. Ich habe mir gedacht ich zeige euch mal wo die meisten unserer Völker untergebracht sind, unserem Bienengarten. Die Bilder sind vom letzten Jahr. Aktuellere werden in folgenden Beiträgen erscheinen.

Blick nach Süden. Im Hintergrund sind die Völker noch winzig klein zu sehen.
Schafgarbe
Blick in Richtung Süden. Gganz klein im Hintergrund ist mein Vater zu sehen wie er gerade zu den Völkern geht

Ursprünglich war der Garten ein normaler Acker. Meine Eltern und Großeltern haben ihn eingezäunt und begonnen Fichten, Tannen und ein paar Apfelbäume zu setzen. Mit der Zeit sind dann noch Zirben, Kirschen und Pfirsiche hinzugekommen. Einige Jahre danach, als wir uns entschlossen hatten mit der Imkerei anzufangen hat sich der Baumbestand Stück für Stück verändert. Die Fichten mussten Weiden und Haselstauden weichen und es sind immer mehr Blumeninseln entstanden. Das gewöhnliche Gras ist an manchen Stellen von Thymian und wildem Majoran verdrängt worden.

Kornblumen sind die optimale Bienenweide. Der Bienengarten ist voll davon
Bienen scheinen Kornblumen besonders zu mögen.

Langsam aber stetig entwickelt sich der Bienengarten nach unseren Vorstellungen. Jedes Jahr kommen zig neue Pflanzen hinzu. Einige wachsen wild, andere wiederum pflanzen wir selbst.

Malve oder auch Eibisch. Nicht nur als Arzneipflanze geeignte. Auch die Bienen fliegen drauf ;)
Malven im Bienengarten. Die Bienen fliegen drauf 😉

Mittlerweile macht es richtig Spaß einfach nur im Garten herumzulaufen, den Bienen beim Fliegen zuzusehen und immer neue Pflanzen zu entdecken. Vom streng getrimmten englischen Rasen sind wir abgekommen, denn erstens ist es irrsinnig viel Arbeit den Garten frei von Unkraut zu halten und quasi mit der Nagelschere jeden zu hohen Grashalm gleich zu stutzen und zweitens ist ein bunter, mit allen möglichen Kräutern vollgestopfter Garten viel schöner anzusehen. Unkraut ist Definitionssache, wir missen nur Löwenzahn oder Diesteln als Beispiel hernehmen. Mit ihren bunten Blüten bieten sie den Insekten im Garten Nahrung und diese Insekten locken wiederum größere Tiere an. Seit Kurzem tummeln sich Fasane im Garten, ich erschrecke regelmäßig wenn der Hahn hinter einem Baum hervor rennt. Das eine oder andere Reh verirrt sich genau so in den Garten wie Füchse und unzählige Vögel, die in den Bäumen angefangen haben zu nisten.

Wie viele Bienen hat ein Bienenvolk?

Diese Frage bekommt man als Imker oft gestellt. Das interessante daran ist, dass man je nachdem, wann man den Imker fragt, immer eine andere Antwort bekommt. Wieviele Bienen ein Bienenvolk nämlich hat, hängt von der Jahreszeit ab.

Herbst

Beginnen wir im Herbst. Die Bienen haben das ganze Jahr über Honig und Pollen gesammelt und bereiten sich auf den Winter vor. Zu diesem Zeitpunkt pendelt sich die Stärke eines durchschnittlichen Bienenvolkes bei etwa 10.000 bis 15.000 Bienen ein. Das gesamte Volk besteht aus weiblichen Bienen. Die Bienen sammeln sich in der Wintertraube und warten das Kommen des Frühlings ab.

Winter und Frühjahr

Im zeitigen Frühjahr besteht das Volk dann nur noch aus etwa 4.000-6.000 Abreiterinnen und der Königin. Diese beginnt sobald es wärmer wird mit der Eiablage. etwa zwei Wochen danach schlüpft die erste Generation von Arbeiterinnen und das Volk beginnt zu wachsen. Stellt sich nun mit voranschreiten des Frühjahres ein konstanter Futterstrom ein und die Tage werden Wärmer bringen die Arbeiterinnen die Königin auch dazu Drohnenzellen zu bestiften und das Volk wächst weiter bis in den Sommer.

Sommer

Zur besten Zeit kann das Bienenvolk eine Stärke von 50.000-80.000 Bienen erreichen. In manchen Fällen auch noch weit mehr. Neben der Königin und den Arbeiterinnen befinden sich weiters noch bis zu 2000 Drohnen im Volk. Man sieht, die Mehrheit wird von den Arbeiterinnen gestellt. Zur Sommersonnenwende, ende Juni, beginne die Arbeiterinnen die Drohen aus dem Volk zu vertreiben und sich auf den Winter vorzubereiten. Die Population geht bis zum Herbst wieder zurück auf die anfangs erwähnten 10.000 bis 15.000 Individuen. Auch interessant zu wissen ist, dass die Lebenserwartung der Winterbienen, also jener, die im Herbst schlüpfen weit höher ist als jene der Sommerbienen. Der Grund dafür ist recht einfach: Durch das hohe Futterangebot im Sommer müssen die Bienen mehr leisten als im Winter, daher die kürzere Lebenserwartung.

Eine typische Brutwabe in einem gesunden Bienenvolk, Ammenbienen kümmern sich un den Nachwuchs
Eine typische Brutwabe in einem gesunden Bienenvolk,

Der Bien – schon mal gehört?

Manche haben das Wort Bien schon einmal gehört. Geprägt wurde der Ausdruck von den beiden Imkern Ferdinand Gerstung und Johannes Mehring. Letzterer hat übrigens auch entscheidend Anteil an der Entwicklung der Mittelwände aus Wachs. Viele Imker verwenden sie heute. Zu Mehrings Zeit -um 1850 herum- Herrschte die Idee vom Dreiwesensystem vor. Das bedeutet einfach, dass das Bienenvolk aus den drei Bienenwesen, der Königin, den Arbeiterinnen und den Drohen besteht. Grundsätzlich ist das auch Richtig, allerdings zeigt das gesamte Bienenvolk Merkmale auf, die nur zutage treten wenn alle drei Wesen miteinander interagieren.

Durch das Miteinander entstehen Eigenschaften, die von einzelnen, unabhängig arbeitenden Bienen nicht erreicht werden könnten. Das soziale verhalten der Bienen spielt dabei eine große Rolle.

Ein Beispiel:

Bienen sind wie alle Insekten Kaltblüter, das heißt, die einzelne Biene hat immer gerade die Temperatur, die in ihrer Umgebung vorherrscht. im Verband allerdings ist es ihnen möglich durch die Bewegung ihrer Muskeln die Umgebung aufzuheizen und sich so gegenseitig zu wärmen. Eine Biene allein könnte den Winter nicht überstehen. Das Volk an sich (also der Bien) ist also im Stande die Temperatur im Stock regulieren. Auch wenn sie schwärmen ist dieses Verhalten gut beobachtbar. Die außen sitzenden Bienen fächeln mit ihren Flügeln um das Klima zu regulieren.

Der Bien, wenn er sich aufmacht eine neue Behausung zu suchen.
Bienenschwarm an einem Ast hängend. Bild von Enst Eggmann

Heute würde man von Schwarmintelligenz sprechen. Mehring hat alle Bienenwesen in Kombination mit den Waben als “Einwesen” bezeichnet. Ferdinand Gerstung hat den Begriff Bien eingeführt und diesen als eine Art eigenen Organismus höherer Ordnung angesehen, obwohl das aus biologischer Sicht nicht ganz korrekt war. Dessen war er sich allerdings auch bewusst.

Das Wort Bien ist also nichts anderes als eine alte, erste Bezeichnung für einen Superorganismus, eben bezogen auf das Bienenvolk. Dieser Begriff ist allerdings erst ein paar Jahrzehnte später vom Biologen William Morton Wheeler für alle Arten von sozialen Insekten eingeführt worden.

Können Bienen tanzen? – Bienentanzkurs

Auch wenn es für manche albern klingen sollte, Bienen können tatsächlich tanzen. Noch dazu beherrschen sie mehrere Tanzstile und sie nutzen sie zur Kommunikation. Je nachdem was sie mitzuteilen haben nutzen sie einen anderen Tanz.

Der Schwänzeltanz ist der bekannteste Bienentanz. Mit ihm weisen die Bienen auf Nahrungsquellen hin, die sich weiter vom Stock weg befinden. Die Biene, die etwas mitzuteilen hat, läuft dabei auf der Wage eine Schleife in Form einer Acht. In der Mitte der Achterform zittert die Biene mit ihrem Hinterleib. Dabei gilt das Motto, je stärker sie mit ihrem Hintern wackelt (schwänzelt), je ergiebiger ist das Nahrungsangebot an dem Ort den sie den anderen Arbeiterinnen schmackhaft machen möchte. die Richtung in der sie den Tanz vollführt hängt mit der Richtung des Futterplatzes bezogen auf die Sonne zusammen. Die anzahl der Achten, die sie tanzt, gibt die Entfernung an.

Der Rundtanz ist die Miniversion des Schwänzeltanzes. Er Vermittelt den anderen Bienen lediglich, dass sich eine Nahrungsquelle in der Nähe des Bienenstocks befindet. Dabei läuft die Biene im Prinzip nur abwechselnd links und rechtsherum im Kreis. Je näher sich die Futterquelle befindet, umso kleiner ist der Kreis, den die Biene mit ihrem Tanz beschreibt. Ab einer Entfernung von 20 bis 30 Metern vom Volk öffnet sich der Kreis zu einer etwas verbogenen und verdrehten Achterform. Je mehr Futter dort vorzufinden ist umso energischer tanzt die Biene.

Der Schütteltanz ist ein weiterer Tanzstil, den die Bienen beherrschen. er dient zum verteilen von Aufgaben im Stock, oder besser um andere Bienen dazu anzuhalten Tätigkeiten aufzunehmen, die momentan wichtiger sind als was sie bisher getan haben. Die Biene, der ein Misstand im Stock aufgefallen ist fängt an zu vibrieren und sucht Körperkontakt zu einer Nachbarin. Diese vibriert zwangsläufig mit und wird dadurch zur einer bestimmten Tätigkeit, wie etwa Putzen oder dem füttern von Brut angeregt.

Bild einer Brutwabe mit Arbeiterinnen darauf. Einige tanzen vermutlich;)
Bild einer Brutwabe mit Arbeiterinnen darauf. Einige tanzen vermutlich;)
Bild von David Hablützel, Pixabay

Was noch gesagt werden sollte ist, dass die Bienen, wie wir wissen, ihre Tänze im Bienenstock aufführen. Das bedeutet, dass es da drinnen wenig bis gar kein Licht gibt. Es geht vielmehr um die Geräusche und Vibrationen, die die Biene von sich gibt. Genau so wie der Körperkontakt zu den anderen Bienen. Man könnte also behaupten, dass Bienen sehr gut tanzen können und den Ausdruckstanz echt beherrschen.